2h Einspritzverhalten

  • Hallo zusammen,


    Ich bin gerade dabei die Einspritzung an meinem Cabby zu überprüfen. Mich hat dabei schon von Anfang an irritiert, dass die Verkabelung der vier Einspritzdüsen nur zwei-polig ist. Im beigefügten Auschnitt des Stromlaufplans sieht man auch dass alle Einspritzdüsen N30 bis N33 einfach parallel geschalten sind.


    Mich irritiert diese Beschaltung total, da das ja bedeuten würde, dass immer alle vier Einspritzdüsen gleichzeitig öffnen und den Kraftstoff in die Zylinder einspritzen.



    Vielleicht kann mir hier jemand erleutern was da, dahinter steckt :)


    Dankeschön und Grüße

  • Hallo


    Der 2H hat eine simultane Einspritzung. Das heißt bei jeder Kurbelwellenumdrehung spritzen alle Ventile einmal ein.


    Bei der sequentiellen Einspritzung hat jeder Zylinder seinen eigenen Einspritzzeitpunkt.


    Hier noch 2 Auszüge aus nem Fachbuch.

    Die Gradzahlen oben sind für die Kurbelwelle.

  • Noch ergänzend:
    Bei der Saugrohreinspritzung geht die simultane Einspritzung eigentlich problemlos.

    Der eingespritzte Kraftstoff bleibt so lange im Saugrohr, bis sich der Zylinder diesen ansaugt.

    Bei der Direkteinspritzung wäre zwingend ein MPI System nötig (Multi Point Injection).

  • Ich habe meine Verkabelung letzten Winter erneut und es ist ziemlich einfach zusammengetüddelt und mit Iso Band umwickelt.


    Die Kabel sind irgendwann steinhart durch die Hitze.

    Markus


    "Ein intelligenter Mensch ist manchmal gezwungen, sich zu betrinken, um Zeit mit Narren zu verbringen."Ernest Hemingway


    Mein Classic-Line


  • Ich glaube das nennt man auch Vorkammer Befüllung mit Einspritzung, wenn sich das Ventil öffnet, beim Direkteinspritzer wird es direkt in den Brennraum gespritzt ...deshalb parallel...

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    MK1 2H/AUG ,1991
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  • Hendrik aus Sachsen

    Ja, das ganze hat folgenden Hintergrund:


    Das Auto stand 5 Jahre in einer Garage, ohne bewegt oder überhaupt gestartet zu werden. Beim Abstellen lief der Motor nicht so wirklich rund. Die Zündkerzen zeigten ein starkt verrußtes Bild. Kurz bevor das Cabby nicht mehr gut lief und abgestellt wurde, habe ich die Lambdasonde ersetzt und wieder (?) angeschlossen, da diese schon ab Kauf abgesteckt war. Mit der abgesteckten Lambdasonde lief das Cabby komischerweise echt gut.


    Um nun systematisch alle Fehlerquellen auszuschließen und das Cabby allgemein in einen technisch guten Zustand zu bringen, tausche ich verschleißteile im Kraftstofffördersystem sowie Zündsystem.


    Beim Ausbauen der Einspritzdüsen sind direkt die Kabel an den Stecker gebrochen und nun wird die Verkabelung ebenfalls neu gemacht.


    Kann sich jemand vorstellen, wieso das Auto auch mit abgestecker Lambda gut bzw. überhaupt lief?

  • Kann sich jemand vorstellen, wieso das Auto auch mit abgestecker Lambda gut bzw. überhaupt lief?

    Ja, Notlauf.

    Du hast fast sicher irgendwoher Falschluft.

    Entweder Riss(e) im Krümmer oder im Ansaugbereich.

  • ...das machst richtig so.

    Bei einem Fahrzeug mit solch langer Standzeit und ohne Infos zur Vorgeschichte checkt man alles im Zünd- Ansaug, Abgas- und Kraftstoffbereich und ersetzt im Zweifelsfalle alles zu Neuteilen.

    Auch den alten und meist zündunwilligen Kraftstoff durch überbrücken des Kraftstoffpumpenrelais ablassen/abpumpen und danach 10 liter Super Plus incl. Einspritzsystemreiniger und 100ml vollsyth. 2-Taktöl dazu in den Tank.

    Danach mal 50km fahren mit wechselnder Belastung.

    metal rules - bang your head ! :hbang:

  • Ja, Notlauf.

    Du hast fast sicher irgendwoher Falschluft.

    Entweder Riss(e) im Krümmer oder im Ansaugbereich.


    Das würde ganz gut passen, da er akustisch einen undichten Auspuff hat. Ich check das mal und tausche ggf. den Krümmer. Danke für den Tipp :thumbup:

  • Ich glaube das nennt man auch Vorkammer Befüllung mit Einspritzung, wenn sich das Ventil öffnet, beim Direkteinspritzer wird es direkt in den Brennraum gespritzt ...deshalb parallel... i

    So wie ich es verstanden habe, ist die Einspritzung immer parallel für alle Zylinder , der Kraftstoff sammelt sich in der kleinen Kammer vor dem Ventil und wird zusätzlich mit Kolbeneinspritzung pro Zylinder auf OT freigeben.... irgendwo muss ja der Sprit hin?

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  • ...das machst richtig so.

    Bei einem Fahrzeug mit solch langer Standzeit und ohne Infos zur Vorgeschichte checkt man alles im Zünd- Ansaug, Abgas- und Kraftstoffbereich und ersetzt im Zweifelsfalle alles zu Neuteilen.

    Auch den alten und meist zündunwilligen Kraftstoff durch überbrücken des Kraftstoffpumpenrelais ablassen/abpumpen und danach 10 liter Super Plus incl. Einspritzsystemreiniger und 100ml vollsyth. 2-Taktöl dazu in den Tank.

    Danach mal 50km fahren mit wechselnder Belastung.

    Das mit dem 2-Taköl beim Benziner hat Funktion? Habe ich immer für Pümpe Düse gemacht wegen dem Ökosprit 50ml pro Tankfüllung lief 350,000km ,das dient ja zum Schmieren der Bauteile. Hast Du damit positive Erfahrungen beim Benziner??

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  • So wie ich es verstanden habe, ist die Einspritzung immer parallel für alle Zylinder , der Kraftstoff sammelt sich in der kleinen Kammer vor dem Ventil und wird zusätzlich mit Kolbeneinspritzung


    Ja, es wird bei jeder Kurbelwellenumdrehung die halbe Menge Kraftstoff die für einen Arbeitstakt benötigt wird vor alle Zylinder eingespritzt.


    Bei der K Jetronic Spritzen alle Ventile permanent ein. Die werden nicht angetaktet.


    Eine Vorkammer in der sich Kraftstoff Luft Gemisch sammelt gibt es bei keinem Ottomotor.


    Das Öffnen und Schließen der Ventile geschieht bei laufendem Motor so schnell, dass sich im Ansaugkanal eine ständig pulsierende Gassäule befindet. Die Einlassventile fügen dieser fein zerstäubten Kraftstoff hinzu. Allerdings nur so viel dass immer ein optimales Gemischverhältnis da ist.


    Aus heutiger Sicht ist die Simultaneinspritzung veraltete Technik. Bei keinem modernen Motor spritzen noch alle Zylinder gleichzeitig ein. Mittlerweile sind wir bei Zylindersequentieller Einspritzung. Das heißt, das MSG kann für jeden Zylinder die optimale Menge Kraftstoff im optimalen Moment mehrmals hintereinander einspritzen.

    Das bringt einen geringeren Verbrauch und bessere Abgaswerte.


    Ich hoffe das war einigermaßen verständlich erklärt.

  • Anmerkung: Das Gas Luftgemisch ist ja auch beim 2h und beim Golf 3 75/90 PS auch das gleiche Prinzip, das hat sich ja erst beim Golf 5 geändert mit der Direkteinspritzung oder gab es noch andere Einspritzverfahren in der Zeit außer K Einspritzung.

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  • Am Ende hast du immer das selbe Gemisch im Zylinder. 1:14,7 also Lambda 1. Egal ob Direkteinspritzer oder Saugrohreinspritzer. Nur dass der Kraftstoff bei Direkteinspritzern eben direkt in die komprimierte Luft im Zylinder gespritzt wird.


    Die pulsierende Gassäule im Ansaugkanal gibt es immer. Das ist einfach der Physik geschuldet. Die Luft wird angesagt und stößt plötzlich gegen ein geschlossenes Ventil.

  • Das Thema "Gassäulen" ist durchaus interessant !

    Ist im Ansaugtrakt im Prinzip das Gleiche mit den Rohrlängen beim Abgaskrümmer.

    Damit oder besser mit beidem lässt sich entscheident das Leistungsband beeinflussen bzw ein bestimmter Drehzahlbereich festlegen, indem der Motor sein höchstes Drehmoment haben soll.

    Je länger der Ansaugtrakt, umso früher liegt Power an...als Beispiel dwr 2H. Umgekehrt wird solch ein Motor "obenrum" dagegen zäher und kraftloser.

    Ein schönes Tuningbeispiel in Punkto Ansauglänge sind hier die sog. Ram-Air Ansaugbrücken von Lexmaul für die Opel GSI Motoren !

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  • Das mit dem 2-Taköl beim Benziner hat Funktion? Habe ich immer für Pümpe Düse gemacht wegen dem Ökosprit 50ml pro Tankfüllung lief 350,000km ,das dient ja zum Schmieren der Bauteile. Hast Du damit positive Erfahrungen beim

    Guten Morgen , bin zwar nicht der Stahlwerk , aber er hatte mir 2 Taktöl in meinen 2H reingefüllt , damals war es so , das meine Kraftstoffpumpe am kaputt gehen war ,und die schon gejault hatte. Für den Übergang wurde das 2 Taktöl eingefüllt und dieses hatte tatsächlich etwas geholfen ,das Gejaule war auch etwas leiser geworden . LG Katrin

  • Als Multipoint (MPI) werden meines Wissens alle Saugrohreinspritzer benannt, die entsprechend ihrer Zylinderzahl Einspritzventile haben, egal wie sie einspritzen (die mechanischen Systeme mal rausgenommen) Systeme gibt es da ja ganz viele, von der MoTtonic verschiedene Versionen (MP 9…) , Magneti Marelli (1AV, 4AV…), die Japaner hatten auch ganz sicher eigene…


    Und die Singlepoint (SPI) Viecher gab es ja auch. Also oben ein „Vergaser“, aber alles elektronisch mit einem elektronischem Einspiritzventil und nicht per Venturi.

    Ich fand die eigentlich gar nicht schlecht weil die doch extrem robust sind mit wenigen Teilen. Aber nur die letzten die wirklich auch kein Unterdruckgedöhns mehr an der Zündung etc. haben, also vollelektronisch (auch Bosch MoTronic). Die waren auch per Diagnose auslesbar.

    Ich möchte mal pauschal behaupten, dass das DIE Motoren sind, die IMMER liefen und noch heute laufen. Bei VW der AAM, ABS, AEA, AAU, AAV, ADX, AEV…