Lärmdämmung Kompressorraum

  • Für meine Werkstatt an meinem Haus hab ich mir einen neuen Kompressor gegönnt.


    Wie das mit Kompressoren nunmal so ist, ist dieser laut. Ja ich weiß dass es Flüsterkompressoren gibt. In der Größe wie ich den brauch ist er mir einfach zu teuer.


    Ich habe im Untergeschoss meines Hauses (alles Nebenräume der Werkstatt) einen Kleinen Raum welcher keine Fenster oder Außenwände hat. Der war ursprünglich das Meisterbüro der Schlosserwerkstatt.

    Wenn der Kompressor läuft verbreitet sich der Schall durch die Mauern ins gesamte Haus. Auch in die Wohnräume oben drüber im 1.OG.


    Meine Idee ist es die Wände und Decke mit Lärmschutzmatten auszukleiden.


    Hat da schon jemand Erfahrung und gute Tipps auf dem Gebiet?




    Der graue kasten an der Wand war mal fürs Telefon.

    Aus einer Zeit als das Telefonnetz noch von der Post bereitgesgellt wurde.

  • Hey,

    für Werkstätten gibt es Flüsterkompressor. Das wäre wahrscheinlich der richtige für dich. Ist bestimmt günstiger als den Raum zu bearbeiten. Wenn er vibriert könntest du auch versuchen Gummimatten drunter zu legen.

    Einmal editiert, zuletzt von Lempomat ()

  • Ich bin ja beruflich im Bereich Bauphysik/Bauakustik unterwegs.


    Du hast hier 3 Probleme:


    Körperschall durch die Einleitung von Schwingungen in die Bodenplatte und Übertragung über die Massivbaukonstruktion.

    Abhilfe: Der Tipp mit den Matten ist schon gut, sollte die Situation deutlich verbessern, ansonsten Trittschalldämmung (trittfeste Mineralewolle 80 oder 100 mm) eine Spanplatte drüberlegen.


    Luftschall wird vom Kompressor abgestrahlt und in Wände und Decken eingeleitet.

    Abhilfe: Aufwändig, vertretbar nur mit Vorsatzschalen, z.B. Gipskarton, 2 lagig auf Holz- oder Metallständerwerk mit Mineralfaserzwischenlage


    Hoher Geräuschpegel im Raum

    Abhilfe: Erhöhung der Schallabsorptionsflächen im Raum durch Einbringung von schallabsorbierendem Material, z.B. Schallschutzmatten an den Wänden, offenen Mineralfaserflächen, usw. Zur Not reicht es, 3 Pakete verpackte Mineralfaserplatten in den Raum zu werfen.


    Ich würde schrittweise vorgehen: erst Entkopplung von Körperschall, dann Einbringung von Absoprtionsfläche zur Schallpegelreduktion, das genügt vielleicht schon.


    Viel Erfolg, Stef

    Einmal editiert, zuletzt von stef ()

  • Moin.

    Als Idee, jeder Schlagzeuger der zuhause im Keller üben möchte, steht vor der selben Problematik. Im Internet gibt es jede Menge Tipps wie man den Raum Dämmen oder in deinem Fall vielleicht einen Einhausung bauen kann um den Schall zu reduzieren. Vielleicht kannst du dir dort Inspiration holen.

    Mein Schwager hat eine Art „Raum im Raum“ gebaut. So das die Wände inkl. Schalldämmung komplett von Boden und Wand entkoppelt sind.

  • Bei den Umbaukosten könnte man gleich einen Flüsterkompressor kaufen.

    Markus


    "Ein intelligenter Mensch ist manchmal gezwungen, sich zu betrinken, um Zeit mit Narren zu verbringen."Ernest Hemingway


    Mein Classic-Line


  • ich werfe mal noch eine Idee in den Raum.


    Du arbeitest doch nicht 24/7 in der Werkstatt, oder? Dann macht es Sinn, den Kompressor nur bei Bedarf einzuschalten. Spart Lärm und Strom.

    Wenn der immer eingeschaltet ist, hält der immer den Kessel unter Druck. Da die Anlage aber sicherlich nicht 100% dicht ist, wird der dauernd nachladen. Das ist unnötig.

    Der kleine Kompressor ist doch in 2 Minuten voll, wenn du ihn einschaltest.

    So habe ich das "Problem" gelöst.

  • Stef ist doch Bauphysiker und sogar Bauakustiker: Ein höheres Level an Beratung und Tipps die er gegeben hat wird es kostenlos nicht geben 😂 ich würd genau das machen was er sagt (und ich bin Schlagzeuger 😂)

    Einmal editiert, zuletzt von Solemio ()

  • @Hendrick aus Sachsen: Kannst Dich auch gerne per pn melden oder mich anrufen.


    Startseite - SG-Bauakustik
    Unser Firmenprofil Wir sind ein Beratungsbüro, das sich mittlerweile seit über zwei Jahrzehnten mit allen Fragen der technischen Akustik beschäftigt. Aufgrund…
    www.sg-bauakustik.com


    Man muss halt erstmal sehen, was die Ursache ist. Kann bei Altbauten schlechte Luftschalldämmung der Decke sein, dann Pegelreduzierung durch raumakustische Maßnahmen und/oder Verbesserung der Luftschalldämmung durch Vorsatzschalen an Decken und Wänden. Oder es ist Körperschallübertragung, dann Entkopplung des Aggregats von der Bodenplatte durch Gummischrotmatten oder Trittschalldämmung mit Lastverteilplatte. Sieht auf den Bildern so aus, als wenn der Boden nicht mit schwimmendem Estrich ausgestattet wäre, sondern mit einerVerbundbodenplatte. Da spricht Einiges dafür, dass Körperschall das Problem ist....möglicherweise eben Luft- und Körperschallübertragung.


    Wenn der Golf nicht anspringt, weil er ein Zündproblem hat, kann man auch noch so viel Benzin reinkippen, läuft trotzdem nicht ;)


    Gruß stef

    2 Mal editiert, zuletzt von stef ()

  • Eine "günstige Lösung" sind Eierpappen die Wand kleben.

    "Eine Wahrheit kann erst wirken,wenn der Empfänger für sie bereit ist." - Christian Morgenstern

    "Das Volk versteht das meiste falsch;aber es fühlt das meiste richtig." - Kurt Tucholsky

  • Ja so werde ich es auch machen. Der Kompressor ist dicht. Diesee hält Problemlos über Wochen 10 Bar Druck.

    An der Einspeisung ins System ist ein altes Druckluftventil. Darüber kann ich das System vom Kompressor trennen.