Pfusch ist doch normal bei den Fähnchenhändlern.
Übel wird's, wenn sogenannte "Oldtimerspezialisten" mit anscheinend gutem Leumund bewusst Autos hinpfuschen und richtig teuer verkaufen. Ich habe da dutzende Beispiele im Kunden- und Freundeskreis.
Eins davon:
Ein guter Kumpel hat vor etwa 10 Jahren in Florida bei einem "Spezialisten" einen Austin Healey 3000 gekauft. Kontakt lief über die Plattform "bring-a-trailer", Fahrzeug angeblich Zustand 1, Preis gerade mal 49.000 Dollar. Bei dem Preis wäre ich schon vorsichtig gewesen, aber egal...
Fahrzeug kommt in Bremerhaven an, bekommt von einem auf US-Importe spezialisierten Betrieb deutsche Papiere, TÜV und ein WGA Zustand 2 und kann sofort auf "H" zugelassen werden.
Nächste TÜV-Untersuchung zwei Jahre später: Erhebliche Mängel, Schweller durch, unsachgemäße Schweißarbeiten an tragenden Teilen, Ölverlust.
Ich hatte danach das Auto bei mir zur Kurzbeurteilung in der Werkstatt:
Schwellerpartien mit Streckblech und Faserspachtel nachmodelliert, Unfallschaden vorn mit verbogenem und nachgeschweißten Rahmen, in Folge dessen Motor-/Getriebeeinheit schief im Rahmen, Front und Heck der Karosserie offenbar von 2 verschiedenen Autos...
Die Krönung folgte dann:
Schichtdickenmessung aller Lackpartien mit zertifiziertem Meßgerät sagt "Neulack" ohne Spachtelauftrag auf Stahlblech. Komischerweise waren auch die Türen und Klappen davon betroffen, die bei dem Modell bekannterweise aus Alu bestehen. Ein Stück vom maroden Schweller offenbarte dann das Geheimnis der "Top-Lackierung": MAGNETTAFELLACK!!! unter der letzten Füllerschicht!
Solche bewussten Täuschungen tauchen leider immer wieder auf. Es hilft dabei nix, wenn diese Firmen in den Foren als Betrüger angeprangert werden. Wenn man Pech hat bekommt man dann eine Klage wegen Verleumdung an den Hals, oder die Firma taucht ab und kommt dann unter neuem Namen wieder hoch.
Kann mit solchen Geschichten bald ein Buch füllen!